Johann Pichler – Der wahre Genuss
Für den heute 45-jährigen Johann Pichler war schon früh klar, dass die Küche ein geeigneter Ort ist an dem man Kreativität ausleben könne. In Pichlers Elternhaus war es ganz selbstverständlich, dass einmal pro Monat Brot gebacken wurde. Geschmack und Geruch von frisch gebackenem Brot haben sich tief in sein kulinarisches Gedächtnis eingraviert. Er hat es in seiner Kindheit nicht nur geliebt, sondern geradezu angebetet.
Einfaches Brot ist für den Küchenchef des AlpenMedHotels Lamm in Seefeld Tirol bis heute eines der wichtigsten Lebensmittel geblieben. Wenngleich es für ihn immer wichtig war, Neues auszuprobieren, flexibel zu sein und vor allen Dingen für alles offen zu bleiben, gab es nur ein Ziel: der wahre, einfache und gute Genuss.
Wenn der Beruf zur Berufung wird
Dem Genuss hat sich Pichler voll und ganz hingegeben als er sich entschied, im Hotel Alpenhof in St. Jakob eine Ausbildung als Koch zu machen. Der Beruf alleine reichte ihm jedoch nicht. Der junge Koch machte seine Arbeit zur Berufung. Zunächst zog es ihn in die Welt, um an Land und auf dem Wasser Erfahrungen zu sammeln. Als 21-Jähriger ging er in die Schweiz, wo er unter anderem im Hotel Fluela in Davos arbeitete. Danach schaute er der Kochlegende Karl Eschlböck im Hotel Plomberg am Mondsee über die Schulter. Er heuerte als Chef Gardemanager auf dem Luxuskreuzfahrtschiff Sea Goddess II an und kochte anschließend als Sous Chef auf der Queen Elizabeth 2. Auf hoher See lernte er die die kulinarische Vielfalt der verschiedenen Kulturen kennen und lieben.
In USA fand der junge Österreicher nicht nur sein berufliches, sondern auch sein privates Glück. Er lernte dort seine spätere Frau kennen. Nachdem Johann Pichler in Chicago als Sous Chef im Fairmont Hotel und im LeMeridien gekocht hatte, verspürte er 1994 den Drang, wieder in seine Heimat zurückzukehren. Dort konnte er schnell mit seinem Können überzeugen. Die Gourmetkritiker honorierten die Leistung des jungen Kochs, er bekam im Hotel Jesacherhof in St. Jakob seine erste Haube. Noch einmal zog es Johann Pichler in die Ferne. Für sechs Monate ging er als Executive Chef ins Hyatt Regency Almaty Rahat Palace in Kazakhstan, bevor er endgültig mit seiner Familie nach Seefeld in Tirol umsiedelte.
Extrahierter Geschmack
Seit Oktober 2007 bestimmt Johann Pichler nun als Chef de Cuisine im Vier-Sterne-AlpenMedHotel Lamm in Seefeld in Tirol die kulinarischen Geschicke. Trotz der hohen Auszeichnung von Gault Millau ist der Koch auf dem Boden der Tatsachen geblieben. Im Zentrum steht für ihn gesundes Essen, das ganz bewusst genossen wird. Seine neue Herausforderung sucht Pichler heute nicht mehr im Greifen nach Sternen und Hauben. Er sieht seine Aufgabe darin, bei den Gästen das Verständnis und die Liebe für gesundes und ausgewogenes Essen zu fördern und den höchsten Ansprüchen an Bekömmlichkeit und Genuss zu entsprechen.
Wichtiger Bestandteil seiner Küche ist die SuccoWell-Methode. Gemüse, Obst und andere Lebensmittel wie Nüsse, Oliven und Kräuter werden entsaftet. Diese Aromasäfte dienen dann als Grundlage für die Speisen. Mit den frisch gepressten, reduzierten oder filtrierten Frucht- und Gemüsesäften experimentiert der Maestro und zaubert daraus Saucen, Suppen, und Marinaden, Sorbets, Gelees und Aufstriche. Der intensive Eigengeschmack der Extrakte sorgt nicht nur für höchsten Genuss, gleichzeitig kann dadurch auf Fleisch- oder Gemüsefonds, Salz und andere Würzmittel verzichtet werden. Nach Bedarf oder Wunsch erhält der Gast aus der Küche von Johann Pichler eine spezielle Reduktionskost, die nach vorheriger Absprache zwischen Arzt und Küchenchef auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt wird. (weim)





