Sonngereifte Bioäpfel am Baum
© BMLFUW/AMA - Bioarchiv/Pichler

Köstlichkeit mit Symbolkraft

Nicht nur kulinarisch spielt der Apfel eine Hauptrolle im Kernobst-Ensemble. Vielmehr ist er in allen eurasischen Kulturen auch ein Symbol der Liebe, der Fruchtbarkeit und des Lebens, der Erkenntnis und Entscheidung sowie des Reichtums. In zahllosen Märchen taucht er auf und beherrscht Mythologien und Rituale. In der Kunst ist seine Darstellung ein Sinnbild für die vielfältigen symbolischen Bedeutungen.

Rund 50 Arten laubwerfender Bäume und Sträucher gehören zur Gattung der Äpfel (Malus), die wiederum Bestandteil der Familie der Rosengewächse ist. Der Apfel, wie wir ihn heute kennen, ist eine Zuchtform – er wird auch „Kulturapfel“ genannt. Ob er aus einer Kreuzung des auch heute noch wild vorkommenden Holzapfels und des Zwergapfels hervorgegangen ist oder aber vom Asiatischen Wildapfel abstammt, konnte trotz heute üblicher gentechnischer Untersuchungen bisher nicht einwandfrei geklärt werden.

Als weitgehend gesichert gilt jedoch, dass die ursprüngliche Heimat des Kulturapfels in Asien liegt. Unbekannt ist jedoch, wie und wann er von dort nach Mitteleuropa gelangte. Vermutlich erreichte er unsere Gefilde über Handelswege, denn die Frucht galt schon damals als lebensverlängerndes Heilmittel. Auch heute heißt es schließlich noch: „an apple a day keeps the doctor away“. In einer babylonischen Schrift aus dem 8. vorchristlichen Jahrhundert findet sich der Apfel in einer Auflistung der Pflanzen aus dem Heilkräutergarten des Königs Mardukapaliddina. Auch im Mittelalter wurden dem Apfel heilkräftige Wirkungen nachgesagt. In der keltischen und germanischen Küche fand der Apfel ebenso Verwendung: das Obst wurde zu Mus verkocht, das man zu Most weiterverarbeitete und unter Beigabe von Honig vergor.