Wer ist Meike Gottschalk

Natalie Hartmann im Gespräch mit mit der Theater- und Fernsehschauspielerin Meike Gottschalk, über  vegetarische Weihnachtsgänse, die Kraft der inneren Stimme, Agnetha Fältskog und der verführerischen Kraft indischen Essens.

Meike Gottschalk

Weitere Infos unter
www.meikegottschalk.de
”Wenn ich einen guten Regisseur habe, dann liegen Spaß und Selbstoffenbarung nah beienander.”
Mit wem würden Sie gerne einmal ein Tischgespräch führen und warum?
Das wäre im Moment definitiv Agnetha Fältskog. Ich behaupte ja in meinem Programm, dass wir seelenverwandt sind und ob das wirklich zutrifft, lässt sich nur persönlich feststellen....
In Ihrem aktuellen Stück „Agnetha und ich“ am Atelier Theater in Köln spielen Sie ein Double von Agnetha Fältskog. Was fasziniert Sie an ABBA?
Abba steht einfach für richtig gute Musik. Diese Songs gepaart mit dem Wissen um das dramatische Schicksal dieser beiden Pärchen ist wie eine musikalische Soap – jeder Song erzählt von Liebe und Leid.
Was war für Sie die größte Herausforderung an dieser Rolle?
Ich spiele ja im Grunde mich selbst mit der "kleinen" Macke, ich würde persönliche Botschaften von Agnetha empfangen – in meinem Kopf. In diesem Rahmen gebe ich viel über mich selber preis und nehme meine TV-Karriere auf die Schippe ("Wann kommen denn endlich die Hauptrollen!"). Außerdem erfährt der Zuschauer viel über Agnetha und ihr nicht so glücklich verlaufendes Liebesleben. Dabei aber immer respektvoll, glaubwürdig und vor allem warmherzig zu bleiben war mein Ziel.
Wie haben Sie sich an die Person Agnetha herangetastet?
Ich habe viel im Internet recherchiert. Die Informationen sind schier unendlich. Auf youtube gibt es ein sehr aussagekräftiges Interview mit ihr. Sehr gut ist auch das Buch "Licht und Schatten", in dem man die ganze Geschichte von Abba nachlesen kann. Agnetha hat auch eine Autobiographie herausgebracht, wo aber nichts wirklich Interessantes drinsteht. Man kommt schwer an sie ran. Aber letztendlich liegt unglaublich viel von ihrer Persönlichkeit in ihrer Stimme und so höre ich immer wieder ihre Musik.
In dem Stück ist Agnetha spirituell anwesend, Sie persiflieren die Esoterikgläubigkeit der Mitmenschen. Wie stehen Sie persönlich zu den „Dingen hinter den Dingen?“
Ich glaube an alles, worüber ich mich im Stück lustig mache – naja, außer an Agnethas Omnipräsenz vielleicht... Aber ich glaube an Energien und dass wir viel in unserer Umwelt beeinflussen, je nachdem was wir aussenden und erwarten (positives Denken). Vor allem glaube ich an die Kraft der inneren Stimme und das ist das Fazit des Stücks: In sich hinein hören, sich danach richten und das Leben genießen.
Zurück zur Erde. Sie halten erstaunlich die Stimme (Sopran). Haben Sie zusätzlich Gesangsunterricht genommen?
Als mir klar war, dass ich ein Abba-Programm machen würde, nahm ich schleunigst wieder Gesangsstunden bei Ariane Baumgartner, die übrigens im Programm neben Klavier auch meinen Gegenpart spielt. Ich habe aber schon vor meiner TV-Zeit einige Musicals gemacht (u.a. "Grease" in Hamburg).
Möchten Sie den musikalischen Part in Ihrem künstlerischen Schaffen ausbauen?
Ja, ich glaube, der Gesang wird immer mehr Raum einnehmen. Gott sei Dank, ich hatte ihn zu lange vernachlässigt!
Ihre Karriere begann so vor 14 Jahren bei Verbotene Liebe. Seit dem haben Sie an vielen Theater- und Fernsehprojekten mitgewirkt. Stehen Sie lieber vor der Kamera oder auf der Bühne?
Ich habe beide Erfahrungen schon geliebt und gehasst. Das hängt stark vom Drehbuch bzw Stück ab und vor allem vom Regisseur. Wenn ich einen guten Regisseur habe, wie jetzt Hans Holzbecher, dann liegen Spaß und Selbstoffenbarung nah beieinander und das ist es, was den Zuschauer interessiert.
Stellen Sie sich vor, Agnetha kommt zum Essen. Was kochen Sie?
Vielleicht liegt es am kalten Skandinavien, dass ich denke, ich müsste ihr etwas Herzhaftes servieren! Deshalb fällt mir deftiges Gulasch mit Knödeln und Rotkohl ein, allerdings mit Seitan statt mit Fleisch, da ich Vegetarierin bin. Da muss Agnetha dann durch!
Haben Sie schon einmal jemanden mit einem selbst gekochten Menü verführt?
Oh ja, mit sehr scharfem, indischen Essen!!
Bei welcher kalorienreichen Sünde werden Sie schwach?
Pralinen. Gefüllt mit Mousse, Eierlikör, Rum, Cognac...
Welches Gericht können Sie besonders gut zubereiten?
Thailändisches Gemüsecurry mit Tofu.
Für welche Länderküche können Sie sich besonders begeistern?
Im Herbst indisch, im Winter deutsch, im Frühling italienisch und im Sommer wird gegrillt!
Ihre Leibspeise?
Sehr gute Penne Arrabiata.
: Für welche kulinarische Spezialität würden Sie viel Geld ausgeben?
Eine vegetarische Weihnachtsgans... Aber ob das kulinarisch wäre, würden hier sicher viele bestreiten!
Ihre persönliche Restaurant-Empfehlung?
Das Maybach in Köln.
Welche Projekte stehen bei Ihnen in nächster Zeit an?
Ich werde mit meinem Stück unterwegs sein in Theatern, auf Events, auf Galas etc.
Haben Sie eine Traumrolle, die Sie gerne einmal spielen möchten?
Die Charity im Musical "Sweet Charity".
Werden Sie mit dem Stück auf Tournee gehen?
Ja. Die Termine werden auf meiner Internetseite zu finden sein.